„So wie es gefällt“
„ad libitum !?“ – Konzert in der Musikschule

„ad libitum !?“ (zu deutsch: So wie es gefällt) lautete das Motto des musikalischen Abends, zu dem die Musikschule am Freitag in ihren Konzertsaal am Schillerplatz geladen hatte. Moderiert von Schulleiter Thomas Sander erlebten rund 90 Gäste einen anspruchsvollen und vielseitigen musikalischen Abend. Dabei war das Motto „ad libitum“, das nicht als Willkür, sondern als Formel für künstlerische Freiheit aufzufassen ist, von Anfang an Programm. Sander präsentierte einen bunten Strauß an musikalischer Vielfalt.

Zunächst gab es Musik von Künstlern wie den deutschen Komponisten Johannes Brahms und Hans Werner Henze oder dem Österreicher Johann Strauß von der CD zu hören. Der besondere Clou dabei: Immer wieder forderte Sander sein Publikum dazu auf, den Komponisten zu erraten, bevor das Geheimnis gelüftet wurde. Die Gewinner wurden dann mit Buch- oder CD-Preisen beschenkt.

Doch dieser Wettbewerb war nur die eine Seite der Medaille. Denn durch seine Hörbeispiele und kurzen Vorträge nahm der Schulleiter die Gäste mit auf einen kurzen und lehrreichen Trip in die Musikgeschichte, bei dem Sander selbst Hand ans Klavier legte und beispielsweise einen Tanz des Ungarn Béla Bartók anstimmte. Bei den Stücken „Partita Nr. 2 G-Dur“ des Barockkomponisten Georg Philipp Telemann, Harald Genzmers „Kleiner Serenade“ und dem „Air de Demons“ des Franzosen Jean-Philippe Rameau wurde der Pianist von Alexandra Pop (Violine) begleitet. Auch Pop erwies sich als echte Könnerin und das Vorspiel der beiden als musikalischer Genuss, der reichlich Beifall erntete.

Den gab´s auch für das große Finale, bei dem die Bühne aus allen Nähten zu platzen drohte. Denn zusammen inszenierte Sander mit Milanka Nasseh-Pecić an zwei Klavieren sowie Schülern der Goethe-Schule aus den 11er-Kursen „Musik“ und „Darstellendes Spiel“ Darius Milhauds „Brasileira“. Dabei wurde nicht nur ein musikalisches Feuerwerk mit einer breiten Instrumentenpalette gezündet: Die Gäste bekamen darüber hinaus auch eine Szene aus einem sich füllenden Straßencafé zu sehen. Beides gefiel gut: Am Ende gab es reichlich Beifall.


Wetzlarer Neue Zeitung, 18.05.2011