Von Mozart bis Moderne
Jahreskonzert der Musikschule begeisterte 600 Besucher


Unter dem Motto „Haste Töne?!“ hat das Jahreskonzert der Wetzlarer Musikschule in der Stadthalle gestanden. Die Veranstaltung wurde nicht nur wegen ihrer Vielseitigkeit, sondern auch wegen der teilweise schon erstaunlichen Reife und Perfektion der über 200 Mitwirkenden aller Altersklassen zu einem vollen Erfolg. In dem weit geöffneten musikalischen Schaufenster offenbarte sich nahezu die gesamte Angebotspalette der Schule. Eine Vorstellung, von der die rund 600 Besucher begeistert waren.

Dabei hatte das jüngste Kind der Musikschule, der rund 50-köpfige Kinderchor der vier- bis siebenjährigen um Gabriele Phifer und Jeanette Hetzer mit seinem schwungvollen Begrüßungslied „Halli, Hallo, herzlich willkommen“ nicht nur die Besucher zum Mitmachen animiert, ihr Auftritt gelang bestens und wurde mit stürmischen Beifall belohnt. Danach begrüßte Thomas Sander, Leiter der Musikschule die Gäste und stellte mit Marlene Schmidt und Till Eichler zwei junge Nachwuchstalente vor, die nicht nur von der Arbeit der pädagogischen Einrichtung erzählten, sondern auch das 17 Beiträge umfassende Programm moderierten.

„Viele unserer 40 Musikpädagogen und 1460 Schülerinnen und Schüler haben sich in Sonderproben auf dieses Konzert vorbereitet, mit denen wir Ihnen einen Einblick in den Leistungsstand unserer Einrichtung vermitteln wollen“; so die jungen Moderatoren. Vom Barock zur Moderne präsentierte das große Blasorchester sein Können. Dabei kam es zu einem wohl einmaligen musikalischen Dialog. Während die Blechbläser von der Empore musizierten, hatten sich die Holzbläser auf der Bühne platziert. Harmonisch glanzvoll interpretiert, entwickelte sich unter der Leitung von Paul Pfeiffer und Thomas Sander für die Besucher ein besonderer Hörgenuss.

„Musik mit Händen und Füßen“ präsentierten vier „Drummers“ (Leitung Arnd Schrottky). Eine besondere Show für Auge und Ohr, die gefiel. Romantisch ging es mit Georg Phillip Telemann und seinen einfallsreichen Klangfarben weiter, die das junge Streicherquintett (Leitung Johanna Sprang) vorstellte. Einen gelungenen Kontrast bildete Michael Hoyer mit seinem Flötenchor und dem zeitgenössischen Komposition „Song of the bard“, die bestens gelang. Mit Gershwins „Summertime“ und „Rumbamelodien“ präsentierte das neunköpfige Gitarrenensemble (Leitung Jörn Martens) seinen Leitungsstand. Locker und überaus souverän klangen die „Musiker des Blechs“ unter Matthias Wetzlar, als sie mit Antonio Vivaldis „Largo und Allegro barocke Musik vom Feinsten boten.

Mit Klassik ging es weiter, als 45 junge Streicher die Bühne betraten. Unter der Leitung von Johanna Sprang musizierten von den „Streichhölzchen“, dem Juniororchester, bis zum Streichorchester gleich drei Musikklassen gemeinsam. Dabei präsentierten sie neben Mozart und Strauss auch moderne Kompositionen, die mit stürmischem Beifall aufgenommen wurden. Zumal Gabriele Phifer als Putzfrau für die heiteren Zwischentöne sorgte. Ein richtiger „Knaller“ war das „Percussionensemble“ mit Burkhard Wissemann und seinen Afro-Cuban-Brazil-Rhythmen, die sich durch viel Musikalität auszeichneten. Das krönende Finale blieb dem Kinder- und Jugendchor mit Gabriele Phifer vorbehalten. Begleitet von Ludwig Jobst (Klavier) und Arnd Schrottky (Percussion) präsentierten sie schwungvoll und gestenreich den „Urwaldsong“.


Wetzlarer Neue Zeitung, 30.03.2011