Die Kopie überzeugte
„Abba Mania“ in der Arena: 1500 Fans singen die Hits mit

Wie stark Erinnerungen an vergangene Zeiten Emotionen auslösen können, ließ sich am Samstagabend in der Rittal-Arena studieren. Die britische Tributshow „Abba Mania“ machte zum wiederholten Male in der Domstadt Station und lud zum Genießen solcher Abba-Hits wie „Waterloo“, „Super Trouper“ oder „Gimme, gimme, gimme“ ein.

Den 1500 Fans, die gewiss der Trennung der Original-Band 1982 hinterher trauern, dürfte dieser Abend eine kleine Genugtuung gewesen sein. Oder gar eine große? Zwar dauerte es eine Weile bis das Publikum auf Touren kam, aber die Kopien von Agnetha, Benny, Björn und Anni-Frid gaben mächtig Gas. Spätestens als „Benny“ beim sechsten Titel der Show – „Mamma Mia“ – zum Aufstehen, zu rhythmischen Armbewegungen und Mitklatschen aufforderte, war der Bann gebrochen. Da erkannte man, dass viele treue Fans gekommen waren. Denn die blieben von nun an einfach stehen und feierten mit, die Hüften schwingend und begeistert mitsingend.

Dass es sich auf der Bühne nicht um die echten ABBA handelt, schien egal zu sein. Das Quartett gefiel nämlich als detailgetreue Kopie der legendären Schweden. Da stimmte einfach alles: die Glitzerkostüme, die Haarpracht, Bennys Bart, Björns sternartig designte Gitarre, Bennys Spiel auf einem drehbaren weißen Elektropiano, die synchronen Tanzeinlagen der Sängerinnen, deren Sexappeal und die Lichtshow.

Das Publikum  freute sich über jeden Titel, denn sie kannten sie alle, es waren ja auch die populärsten der schwedischen Musikgruppe. Kein Wunder also, dass gleich nach dem Abspielen der ersten instrumentalen Töne von „The winner takes it all“ Jubelschreie ausbrachen. Effektvolle Einlagen wie ein Abba-Geldregen bei „Money, Money, Money“ krönten die Partylaune.

Ein weiterer Höhepunkt – bereits in der ersten Halbzeit – war der Song „I have a dream“. Der ganz in weiß gekleidete Kinderchor der Wetzlarer Musikschule, geleitet von Gabriele Phifer, gesellte sich auf der Bühne dazu und sang die dritte Strophe rhythmisch winkend mit. Stolz und Freude, in der großen Halle vor großem Publikum auftreten zu dürfen, stand den 20 Kindern im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren ins Gesicht geschrieben. Das wurde selbstverständlich mit einer Extraportion Applaus gewürdigt. Ende vergangenen Jahres habe man sich nach dem Aufruf in der lokalen Presse sofort für den Gastauftritt beworben, erzählte die Chorleiterin. Als der Kinderchor die Zusage erhielt, hieß es von der Tourneeleitung, dass maximal 20 Kinder auf die Bühne dürften. Phifer sei es daraufhin schwer gefallen, einige Kinder aus dem eigentlich 30-köpfigen Chor für diesen Auftritt auszusortieren.

Gepackt vom Abba-Fieber ließ das am Ende vor der Bühne versammelte Publikum das Quartett nicht ohne Zugaben gehen: Nach einem großen Medley einiger am Abend vorgetragener Titel durfte auch das Stück nicht fehlen, das den Dank an „Abba“ bestens zusammenfasst: „Thank you for the music.“


Wetzlarer Neue Zeitung, 21.02.2011