Künstler ins Licht holen

Verleihung der Gertrud-Braun-Stipendien an junge Musiker

Zum siebten Mal haben Schüler der Musikschule Wetzlar das Gertrud-Braun-Stipendium erhalten. Elisabeth Böttcher (Klarinette) ist in der Kategorie „Solo“, das Ensemble „Drummers 4“, Lucia Komesker, Adrian Kahl, Benni Richter, Johannes Schetzkens und Björn Schmidt, in der Kategorie „Ensemble“ am Sonntag in der Musikschule ausgezeichnet worden.

Musikschulleiter Thomas Sander würdigte bei Elisabeth Böttcher die außergewöhnliche musikalische Begabung, den Willen zur Gestaltung und den Fleiß. Auch auf den Anteil des Lehrers am Erfolg der Schüler wies er hin. Böttcher wird von Travis Meisner unterrichtet, „Drummers 4“ werden von Arnd Schrottky ausgebildet. Die Schlagzeuger aus der Dunkelheit des Übungskellers ans Licht zu holen, sei eine schöne Begleiterscheinung der Stipendiumsvergabe. Initiator der Stipendienvergabe Gerd Braun überreichte das Preisgeld, für jede Kategorie jeweils 500 Euro. Das Stipendium erinnert an Brauns 2002 verstorbene Ehefrau, die im Vorstand der Musikschule wirkte und als Sängerin auftrat. Die geehrten Musiker sowie andere Schüler erfreuten rund 100 Gäste durch Konzertbeiträge. Klarinettistin Böttcher trug phrasiert und in weicher Intonation das Allegretto aus der Sonate Es-Dur op. 167 von Saint-Saens vor.

An Schlagwerkinstrumenten spielte „Drummers 4“ explosiv auf. Die Rhythmik riss hin. Bei einem Stück kamen die Percussionisten ohne Instrumente aus: Sie meisterten die Komposition nur durch Klatschen, Fingerschnippen und „Mouthpercussion“ (Rhythmisches Zischen und Ploppen).

Mit Svea Schenkel (Gesang) trug Böttcher noch die Händel-Arie „Süßer Blumen Ambraflocken“ klangschön vor. Sängerin Regine Rapp erfreute durch den Puccini-Klassiker „O mio babbino caro“ aus der Oper „Gianni Schicchi“. Lea Weitz (Cello) bot ambitioniert einen Sonaten-Satz von Bernhard Romberg, am Flügel begleitet von Irene Bauer-Weitz. Die junge Cellistin ließ viel Gespür erkennen. Mit Leidenschaft meisterte Felix Leidinger das Prelude g-Moll op. 23 Nr. 5 von Rachmaninoff am Flügel. Ein spannendes modernes Stück von Micheelsen spielten Fyona Fugensi (Flöte) und Henrietta Svidinski (Klavier). Ein Streicherensemble (Annabelle Raasch, Leonie Best, Sonya Ouertani, Hanna Marcus, Lea Hähnel, Henrietta Svidinski) rundete mit Händel-Stücken den Musikreigen ab.

Vorstandsvorsitzender Kurt-Wilhelm Sauerwein ehrte auch Lehrkräfte: für 35-jährige Tätigkeit Peter Haagen (Gitarre), für 30-jährige Tätigkeit Kanarik Jambazian (Klavier), Gabriele Phifer (Musikalische Grundausbildung), Kiril Milev (Violine). Seit 25 Jahren ist Siegfried Fritz (Fachbereichsleiter Popularmusik) dabei und seit 15 Jahren Stefan Schneider (Kontrabass).

Wetzlarer Neue Zeitung, 24.11.2009