Musik in der Pandemie: Die Wetzlarerinnen Amely Stief und Anna Matzen nehmen erstmals per Video an Bundeswettbewerb “Jugend musiziert” teil.

WETZLAR – Keine gemeinsamen Proben, keine Konzerte, Musikunterricht per Video-Chat im Lockdown: Musikbegeisterte haben es in der Corona-Krise nicht leicht. Wie man trotzdem die Motivation aufrecht hält, berichten zwei, die es wissen müssen: Die Wetzlarerinnen Amely Stief (15) und Anna Matzen (18) haben es in den Bundeswettbewerb von “Jugend musiziert” geschafft und werden sich im Mai mit den Besten Deutschlands messen – erstmals komplett virtuell.

Ein Jahr des Wechsels zwischen Präsenz-Unterricht an der Wetzlarer Musikschule am Schillerplatz und Video-Unterricht liegt hinter den jungen Musikerinnen. “Online-Unterricht war zunächst ungewohnt, aber es funktioniert. Den Präsenz-Unterricht kann er allerdings nicht ersetzen”, sagt die 18-jährige Anna Matzen. Ein optimales Feilen am Klang sei über Video eine Herausforderung, gemeinsames Musizieren gar nicht möglich.

Zu Beginn der Pandemie habe ihre Motivation gelitten, erinnert sich Matzen, die wie ihre Freundin Amely Stief Klarinetten-Unterricht an der Musikschule erhält. Das Problem: “Es fehlt einem so ein bisschen der Anreiz. Normalerweise übt man für Konzerte, die über das Jahr verteilt stattfinden. Das sind die Motivationspunkte, auf die man hinarbeitet und die jetzt weg sind.” In der Pandemie übe man die Stücke zumeist für sich, der Kontakt fehle – nicht nur im Alltag, sondern auch in der Musik.

Ihrer Begeisterung für die Musik konnte die Corona-Krise dennoch nichts anhaben: Derzeit bereiten sich die beiden Wetzlarerinnen, die normalerweise in Ensembles mitspielen, auf den Bundeswettbewerb von “Jugend musiziert” vor, bei dem sie bereits mehrmals erfolgreich dabei waren.

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