Mit Verve und Können

Wigbert Traxler bot eine Mischung moderner und romantischer Klaviermusik. (Foto: Frahm)

MUSIKSCHULE Traxler spielt Klavier-Raritäten

Wetzlar Wigbert Traxler präsentierte am Sonntag im Konzertsaal der Wetzlarer Musikschule Raritäten der Klaviermusik.

Kurze reizvolle Stücke aus der Spätromantik und der Moderne hatte der Wetzlarer Klaviervirtuose ausgewählt. 150 Besucher erlebten schon zum Auftakt mit Edvard Griegs Variationen über eine norwegische Volksweise ein gelungenes Werk, das zeigte, dass Grieg auch ein Meister der kleinen Form war und nicht immer pathetisch daherkommt.

Mit Paul Hindemith und Jacques Ibert ging es modern und spannend weiter. Traxler spielte mit sichtlicher Freude und zeigte, dass es auch in der neueren Klavierliteratur viel zu entdecken gibt. Mit der "Passionale" des finnischen Komponisten Einojuhani Rautavaara und der "Quasi habanera" des britischen Komponisten Kaikhosru Shapurji Sorabji blieb es spannend. Peter Iljitsch Tschaikowskys "Zwölf Variationen über ein Thema" eröffneten den zweiten Teil. Traxler führte mit leichter Hand durch die Stilspielereien, die auch versierten Pianisten einiges abverlangen. Auch die acht kleinen Pianostücke des russischen Komponisten Alexander Tcherepnin erfordern großes Können, das Traxler mühelos bewies.

Für Freunde der Moderne wurde es mit den letzten drei Stücken spannend. "White Lies for Lomax" des Amerikaners Mason Bates ist eine Rundreise durch die Formen des Blues am Mississippi. Stilistisch dort zu verorten sind auch die "Sechs grotesken Klavierstücke" des Österreichers Felix Petyrek, die Traxler mit viel Verve intonierte.

Den Abschluss machte der "Ragtime for eleven Instruments" des Russen Igor Strawinsky, die der Komponist selbst für Piano transkribiert ha. Auch hier zeigte Traxler sein großes Können. (kjf)

 

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