Klingende Gedichte

Konzert in der Wetzlarer Musikschule

Wer glaubt, Goethe habe nur Literatur und Naturwissenschaften beeinflusst, der irrt. Der Frankfurter hat auch einiges zur Musik beigetragen, viele seiner Gedichte wurden als Lieder vertont. Eine Reihe dieser Werke war am Samstagnachmittag unter dem Motto „Goethe und die Musik“ in der Musikschule zu hören.

 

Etwa 50 Gäste kamen zu der Veranstaltung, bei der Schüler und Lehrer unter der Leitung von Joachim Demharter gemeinsam eine Auswahl der Goethe-Lieder präsentierten. Eingebettet waren die musikalischen Darbietungen in Textbeiträgen von Angelika Nolting, vorgetragen von Sybille Weber-Lövenich und Peter Haagen. Mit kurzen und mit Zitaten gespickten Vorträgen gaben sie Einblick in die Hintergründe der Kompositionen, die unter anderem von Zelter, Schubert und Mozart verfasst wurden.

 

Doch natürlich stand die Musik im Vordergrund. Und wollte man sie angemessen charakterisieren, dann spricht man vielleicht am Besten von federleichten Instrumentenklängen und bisweilen pathetischen Gesangspartien. Keine leichte Aufgabe für die Sänger, denn die Goethe-Lieder verlangen schon nach kräftigen, facettenreichen und stabilen Stimmen, doch die Akteure der Musikschule wussten zu überzeugen. Begleitet von Demharter an der Gitarre, der den Nachmittag mit Michael Hoyer an der Flöte mit einem Instrumentalstück eröffnete, und bei Songs von Musikschüler Felix Leidinger am Klavier, stellten Iduna Demmer, Rebekka Schweizer, Vera Schäfer, Karina Sturm, Angelika Nolting und Stefanie Gruber ihre stimmlichen Fähigkeiten unter Beweis. Immer wieder gab es reichlich Applaus für Lieder wie Zelters „Abschied“, Mozarts „Das Veilchen“ oder Beethovens „Freudvoll und leidvoll“. Ein Beitrag stach hervor: Karina Sturms „Heidenröslein“ von Schubert bestach durch fein ausdifferenzierte stimmliche Opulenz, für die es besonders starken Applaus gab.

 

 

Wetzlarer Neue Zeitung, 30.08.2011