Virtuoses aus 400 Jahren
Duo „Gruber & Maklar“ gibt Spitzenkonzert

Die Gitarre gilt als das vielseitigste Instrument. Wie ihr schwererer Bruder, das Klavier, hat sie alle klanglichen Möglichkeiten, die für klassische und moderne Musik nötig sind. Das „Klavier des kleines Mannes“ bietet auch Virtuosen enorme Entfaltungsmöglichkeiten. Im Rahmen der Internationalen Gitarrentage gastierten zwei Virtuosen, die zur Weltelite gehören.

Im Konzertsaal der Musikschule hatten sich am Samstag 130 Besucher eingefunden, um das Gitarrenduo „Gruber & Maklar“ zu erleben. Mit Werken von der Renaissance bis zur Moderne bewiesen die Musiker, dass die Gitarre auch das anspruchvollste unter den Instrumenten sein kann. Mit einigen Stücken, die Isaac Albéniz den unterschiedlichen Regionen seiner spanischen Heimat gewidmet hat, begann der Abend. Córdoba, Aragòn und Cataluna wurden musikalisch in den Raum projeziert. Albéniz ließ in den sehr unterschiedlichen Werken Typisches aus der jeweiligen Volksmusik anklingen und verwandte auch Tanzrhythmen.

Christian Gruber gab vor den Stücken Erläuterungen zu den jeweiligen Programmpunkten. Das Werk „Reflet V“ von Atanas Ourkouzounov hatte der Komponist für das Duo geschrieben, nachdem ein Instrumentenmuseum ihnen einen seltenen „Quintbass“ für ihre Arbeit zur Verfügung gestellt hatte. Maklar spielte den Quintbass, der aus der Konzertwelt sonst verschwunden ist. Mit Werken von Debussy, Giuliani, Scarlatti und Villa-Lobos ließen sie beiden die Vielfalt der Konzertliteratur Revue passieren. Dabei zeigten Gruber und Maklar, dass zwei brillante Gitarristen mühelos ein ganzes Orchester ersetzen können. Das Publikum dankte mit begeistertem Applaus.

Wetzlarer Neue Zeitung, 09.11.2010