Musikschullehrer beweisen Vielfalt

Die Lehrerkonzerte in der Wetzlarer Musikschule haben seit jeher einen ganz besonderen Reiz. Da viele gute Interpreten auf verschiedenen Instrumenten dazu beitragen, sind die Programme immer besonders abwechslungsreich. Am Samstag fanden sich rund 150 Besucher ein, um die Darbietungen von fünfzehn Lehrkräften zu erleben.

Zu Beginn gestalteten Annette Meisner (Mezzosopran) und Joachim Demharter (Gitarre) drei Kavatinen op. 39 von Mauro Giuliani. Dem fein abgestimmten Vortrag folgte das Nocturno Des-Dur op. 7 für Horn und Klavier. Ursula Sehr entlockte ihrem Instrument warme, runde Töne und wurde dabei von Pianist Wigbert Traxler einfühlsam begleitet. Anschließend intonierten Michael Hoyer (Flöte) und Peter Haagen (Gitarre) klangschön und dynamisch differenziert zwei Sätze aus der Hamburger Sonate G-Dur von Carl Philipp Emanuel Bach.
Matthias Siegel auf dem Cornet à piston, einem der Trompete ähnlichen Instrument, und Pianistin Milanka Nasseh-Pecić interpretierten mit wuchtiger Emphase die Slawische Fantasie von Carl Höhne, bevor Nasseh-Pecić gemeinsam mit Thomas Sander an zwei Klavieren agierte. Mit Spielfreude und rhythmischer Intensität verwandelte das Duo die Brazileira aus Darius Milhauds „Scaramouche“ in eine mitreißende Samba. Annette Meisner beendete den ersten Konzertteil, von Irena Uhl am Flügel aufmerksam und sicher begleitet, mit „Ich gehör nur mir“ aus dem Musical „Elisabeth“.

Introvertiert und sensibel eröffnete Joachim Demharter den zweiten Teil mit Leo Brouwers „Hika“ für Gitarre solo, bevor Jeanette Hetzer (Blockflöte), Michael Hoyer (Querflöte), Daniel Kladt (Violine), David McDonald (Violoncello) und Irena Uhl (Klavier) „Quadro“ von Johann Gottlieb Janitsch zelebrierten. Feinnervig und mit höfischer Noblesse musizierte das Ensemble drei Sätze des kammermusikalischen Werkes. Versonnen und melancholisch legten Peter Haagen und Jörn Martens die Stücke „Milonga al sur“ von Alfonso Montes und „Tango Nr.1“ aus der Tango-Suite für zwei Gitarren von Astor Piazzolla an. Der musikalisch anspruchsvollen Darbietung folgte der fulminante Auftritt von Klarinettist Travis Meisner. Mit „Black Dog“, einer modern-avantgardistischen Komposition von Scott McAllister bewies er gemeinsam mit Begleiter Wigbert Traxler großes technisches Können wie herausragenden Gestaltungswillen. Den Schlusspunkt setzten Wigbert Traxler (Klavier), Daniel Kladt (Violine) und David McDonald (Violoncello) mit dem ersten Satz aus dem Trio Nr.1 in H-Dur op.8 von Johannes Brahms.


Wetzlarer Neue Zeitung, 17.09.2010