Vier Monate üben haben sich gelohnt

Projektchor stellt neues Programm vor


Das sehens- und vor allem hörenswerte Resultat einer viermonatigen Probenarbeit stellte der Projektchor der Wetzlarer Musikschule am Freitag im Konzertsaal der Schule vor. 150 Besucher waren gekommen, um die 60 Sängerinnen und Sänger, die Instrumentalisten der Musikschule und die Solistin Annette Meisner zu erleben.

„Balladen, Moritaten und Altberliner Lieder" hieß das Motto, und so konnte das Publikum allerlei Erheiterndes erwarten. Walter Kollos „Tante Paula liegt im Bett und isst Tomaten" war eines dieser heiteren Lieder, bei dem Annette Meisner eine beeindruckende Solodarbietung ablieferte. Aber auch ernstere Töne wurden angeschlagen, wie mit dem zwar etwas kitschigen, aber dennoch hörenswerten „Vor meinem Vaterhaus steht eine Linde" von Robert Stolz.

Mit dem Kanon „Lieber Freistädtler" von Wolfgang Amadeus Mozart begann der Abend und mit demselben Werk endete er. Das zweite Mal erklang der Kanon aus dem Publikum heraus, unter das sich die Chormitglieder nach dem offiziellen Programm gemischt hatten. Küchenlieder wie „Mariechen saß weinend im Garten", Schlager der dreißiger Jahre wie „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" und „Lili Marleen" und Schlager aus den Fünfzigern wie „Glühwürmchen-Idyll" und „Das macht die Berliner Luft" wurden modern arrangiert in Erinnerung gerufen. Mit vier Liedern aus der „Dreigroschenoper" wurden auch die sozialen Probleme der Zwangziger thematisiert.

Der Projektchor machte trotz eines bedauerlichen Mangels an Männerstimmen eine gute Figur und das Publikum war begeistert. Es war das vierte Mal, dass Musikschulleiter Thomas Sander ein so ehrgeiziges Projekt realisierte. Eindrucksvoll bewiesen die Sängerinnen und Sänger, dass Sander sein Versprechen, auch absolute Laien könnten im Projektchor aufführungsreifen Chorgesang erlernen, wahr machte.

 

Wetzlarer Neue Zeitung, 21.06.2010