Für den Damm musizieren

Wetzlarer Musikschüler geben ein Benefizkonzert für Tikato

Schüler und Lehrkräfte der Wetzlarer Musikschule haben in einem Benefizkonzert ein vielseitiges und anspruchsvolles Programm geboten. Der Erlös kommt dem Staudammprojekt Tikato im westafrikanischen Burkina Faso zu Gute.

„Es war das erste Mal, dass jemand auf uns zukam und fragte, ob er ein Benefizkonzert für uns machen dürfe, und das freut mich ganz besonders. Sonst ist es immer umgekehrt gewesen“, sagte Heidi Stiewink, Vorsitzende des Arbeitskreises „Brot für die Welt Tikato“ gestern Nachmittag in der Wetzlarer Musikschule.

Lehrer und Schüler musizierten zu Gunsten des Staudammprojekts Tikato in dem westafrikanischen Land Burkina Faso. 160 Besucher waren gekommen, um Schönes zu erleben und dabei Gutes zu tun. Sie erlebten ein ausgewogenes Musikprogramm von der Klassik bis hin zur Moderne.

Mit drei Stücken aus dem „Dekameron“ von Sigfried Karg-Elert eröffnete Charis Jin Kim den musikalischen Reigen. Das Blockflötentrio Sally Becher, Iris Eichhorn und Ronja Carolina Seibel schloss sich mit einem Stück aus der Afrikanischen Suite des jungen Komponisten Sören Sieg an. Unter den weiteren Interpreten des Nachmittags waren die Pianisten Joris Müller, Isabelle Claudy und Tom Feldrappe, die mit drei Stücken von Frédéric Chopin dessen 200. Geburtstag würdigten. Zwei Tangostücke von Astor Piazolla, arrangiert für zwei Klaviere von Kyoko Yamamoto, spielte das Klavierduo Milanka Nasseh-Pecić und Andreas Gerhardt.

Mit südamerikanischen Volksliedern wartete das Folklore-Ensemble mit Kim Winterfeld, Julia Burhardt und Joachim Demharter an den Gitarren und Matthias Stelter am Kontrabass auf. Zwei Stücke aus James Macmillans „Northern Skies“ spielte Lene Müller und Violoncello, begleitet von Dagmar Thesen am Klavier. Jeremias Verweyen, glänzte als Solist mit der Blockflöte, Mona Aylin Feier im Duo mit Michael Hoyer an der Querflöte.

Der Trompeter Philipp Claudy spielte, begleitet von Isabelle Claudy am Klavier, die barocken Kleinodien Quinta Canzona von Adriano Banchieri und Marche de Triomphe von Marc-Antoine Charpentier. Nach der Violinistin Alexandra Pop gab es mit der Bigband der Musikschule unter der Leitung von Martin Zörb noch ein fulminantes Finale.

Anstelle von Eintritt erbaten die Veranstalter Spenden für das Staudammprojekt Tikato in Burkina Faso, das nach seiner Fertigstellung 1977 entscheidend dazu beigetragen hatte, die Lebensgrundlage der anwohnenden Bevölkerung zu sichern. Nach einem Starkregen am 30 . Juli 2009 war der Damm an zwei Stellen gebrochen, die Versorgung der Landwirtschaft mit ausreichend Wasser in Trockenzeit geriet in Gefahr. Mit den Spenden soll der Damm repariert und die Lebensgrundlage der Menschen gesichert werden. Mehr Informationen gibt es unter www.tikato-burkina-faso.de im Internet.

 

 

Wetzlarer Neue Zeitung, 22.02.2010