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Über den Tellerrand blicken

Erste Projektwoche an der Wetzlarer Musikschule

Die Wetzlarer Musikschule hat zum ersten Mal eine Projektwoche angeboten. Und etwa 1100 Schüler haben sich gemeldet, um in einem der 83 Projektkurse neue Instrumente auszuprobieren und Musik auf verschiedene Weise zu erleben.

„Die Erfahrungen von Musikschulen, die Projektwochen durchführen, sind durchweg positiv“, macht Schulleiter Thomas Sander auf der Homepage deutlich. Während der vergangenen Woche fiel der reguläre Unterricht aus, damit die Schüler und Schülerinnen ohne zusätzliche Kosten so viele Projekte wie möglich besuchen konnten. Ziel sei es gewesen, sie zu motivieren, sich mit neuen Inhalten zu befassen, neue Kontakte zu knüpfen und einmal eine andere Lehrkraft als die eigene kennenzulernen. Und, so Sander, es ging darum, einmal über den eigenen musikalischen Tellerrand zu blicken. Zum Beispiel im Projekt 47: „Schmeckt´s - Wir spielen, was auf den Tisch kommt! Vom Blatt spielen auf dem Klavier mit einem Butterbrot von Mozart“. Die Schüler haben ein witziges Menuett gelesen und es dann gemeinsam auf dem Klavier gespielt.

Bei einem weiteren Projektangebot unternahmen sie eine Exkursion nach Biebertal-Königsberg, wo Gitarrenbauer Michael Brück verschiedene Schritte zum Bau einer Konzertgitarre vorgestellt und erklärt hat. Einen weiteren Kurs hat der Trompeten- und Posaunenlehrer Matthias Siegel geleitet. Mit neuartigen Didgeridoos aus Kunststoffrohren erklärte er seinen Teilnehmern die Spielweise des Blasinstruments der Aborigines, der australischen Ureinwohner.

„Wir stellen uns vor, wir befinden uns jetzt in Australiens Urwald. Wilde Tiere kommen vorbei. Was passiert?“, leitete Matthias Siegel die Gruppenimprovisation ein. Daraufhin erfüllte ein dumpfes, mystisches Dröhnen den Raum. Affenartige Kreischlaute, vibrierende dunkle Töne und andere Urwald-Klänge begleiteten die ungewöhnliche Melodie. Mit sichtlicher Ernsthaftigkeit und großem Interesse haben die Teilnehmer versucht, die erklärten Techniken anzuwenden. Die meisten spielten zum ersten Mal auf einem Blasinstrument und waren begeistert von ihrem neuen Didgeridoo. Mit „Uuh“ und „Aah“-Lauten, Kreischen, Singen und neu gelernten Atemtechniken entlockten sie ihrem Instrument die ungewöhnlichsten Töne. „Die einen Meter langen PVC Röhren sind im Vergleich zu einem Original-Didgeridoo aus Eukalyptusholz sehr günstig und unterscheiden sich im Klang so gut wie gar nicht. Selbst die Spieltechniken sind identisch“, erklärte Siegel. Am Ende seines ersten Kurses durften die Teilnehmer ihre Didgeridoos mitnehmen, um die Atemtechniken zu festigen und bis zum nächsten Mal eigene Soli vorzubereiten.

Sander hat nur positive Rückmeldungen von Schülern erhalten: „Ihnen hat es gefallen, einfach mal was anderes zu machen, ein Instrument zu basteln, anstatt es zu spielen und Erfahrungen zu sammeln.“

Wetzlarer Neue Zeitung, 20.09.2009

 

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